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Die Muttermilch entwickelt sich

In den ersten sechs Monaten wächst Ihr Baby besonders schnell. Später verlangsamt sich sein Wachstum zwar etwas, Ihr Baby entwickelt sich aber immer noch schnell weiter. Ihre Muttermilch ist die ideale Ernährung für Ihren Säugling. Denn auch sie verändert sich laufend, um Ihr Baby mit wesentlichen Nährstoffen zu versorgen und ihm einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

Von 0 bis 6 Monaten

Von 0 bis 6 Monaten entwickelt sich Ihre Muttermilch ständig weiter. Sie reicht aus, um sämtliche Bedürfnisse Ihres Babys zu stillen.

Wussten Sie schon?

  • Ihr Baby wächst und entwickelt sich täglich; deshalb passt sich auch die Zusammensetzung der Muttermilch fortlaufend an.
  • Die Art der Proteine ändert sich allmählich und der Kaseinanteil in der Muttermilch nimmt zu, von weniger als 20 % bis zu circa 50 % des gesamten Eiweissgehalts in der Muttermilch.
  • Die Muttermilch enthält auch Antikörper und gute Bakterien.

Eiweisse und Kalorien passen sich Monat für Monat an

In den ersten Monaten seines Lebens entwickelt sich Ihr Baby sehr rasch. Das verdeutlicht die Wachstumskurve: Sein Geburtsgewicht verdoppelt sich in nur 5 Monaten! Im ersten Monat nimmt es im Durchschnitt täglich 35 Gramm zu, und im sechsten Monat sind es immerhin noch circa 15 Gramm pro Tag. In seinem ganzen Leben wird es nie wieder so schnell wachsen.

Die Zusammensetzung der Muttermilch ändert sich sehr schnell, um seinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Allgemein trinkt und geniesst Ihr Kind vom 1. bis zum 5. Tag das Kolostrum, eine orangefarbene Flüssigkeit, die reich an Proteinen, Vitaminen und Mineralien ist – ideal für den perfekten Start ins Leben. Anschliessend folgt die Übergangsmilch, die reich an Zuckern sowie Fetten ist und welche das Kolostrum bis zum circa 14. Tag schrittweise ablöst. Das „richtige“ Stillen beginnt mit der reifen Milch um den 15. Tag herum. Natürlich kann es auch individuelle Abweichungen geben: Die Dauer der einzelnen Phasen ist je nach Mutter unterschiedlich.

In den folgenden Monaten der Milchbildung entwickelt und verändert sich die reife Milch weiterhin. Da sich der Wachstumsrhythmus Ihres Babys leicht verlangsamt, nehmen der Protein- und der Kaloriengehalt der Milch ab, damit Ihr Kind nicht überernährt wird.

Entwicklung der Proteine in der Muttermilch

Fette liefern die Energie, die für das Wachstum erforderlich ist

Der Fettgehalt der Muttermilch verändert sich im Laufe des Tages und während einer Stillmahlzeit. Dadurch passt sich Ihre Muttermilch an die Bedürfnisse Ihres Babys an. So ist die Milch mittags, wenn das Baby am aktivsten ist, und gegen Ende des Stillens am fetthaltigsten, damit Ihr Baby gesättigt wird.

Die Fette liefern dem Baby die benötigte Energie. In den ersten Monaten liefern die Fette der Muttermilch zwischen 50 % und 55 % der Energie. Fette sind die Nährstoffe mit der höchsten Energiedichte. So erhält Ihr Säugling, auch wenn er nur eine geringe Menge Milch trinkt (das Aufnahmevermögen seines Magens ist noch begrenzt) immer genau die Energiemenge, die seinen Bedürfnissen entspricht.

Antikörper und gute Bakterien stärken das Abwehrsystem

Ihre Milch liefert Ihrem Baby zudem Antikörper, die es noch nicht selbst bilden kann. Daher ist die Milch in den ersten Monaten reich an jenen Proteinen, die sein Immunsystem stärken, insbesondere an Lactoferrin und an Immunglobulin A. Im Laufe der Zeit entwickelt sich das Immunsystem Ihres Kindes Schritt für Schritt und beginnt selbst, Antikörper zu bilden.

Ihre Muttermilch liefert Ihrem Baby ausserdem gute Bakterien (Laktobazillen und Bifidobakterien) sowie unverdauliche Zucker.
 

Zink und Eisen, zwei weitere wesentliche Elemente

  • Ihre Muttermilch ist gerade in den ersten Monaten reich an Zink, da Ihr Baby jetzt besonders schnell wächst.
  • Eisen trägt zu einer normalen kognitiven Entwicklung bei und unterstützt die normale Bildung der roten Blutkörperchen sowie von Hämoglobin. Das Eisen in der Muttermilch wird besonders gut von Ihrem Baby aufgenommen. Vor dem 4. Monat wird der Eisenbedarf des Babys durch die Muttermilch und durch Reserven gedeckt, die es vor der Geburt über die Nabelschnur angelegt hat. Beim Stillen ab dem 4. Monat ist eventuell eine Ergänzung der Nahrung mit Eisen erforderlich. Fragen Sie Ihren Kinderarzt um Rat.

Von 7 bis 12 Monaten

Vom 7. bis zum 12. Monat spiegelt die Zusammensetzung der Muttermilch die speziellen Bedürfnisse Ihres Babys wider.

Wussten Sie schon?

  • Ab dem 6. Monat wird Ihr Baby zunehmend aktiver. Seine Bedürfnisse entwickeln sich rasch, und die Muttermilch reicht nicht mehr aus, um seine gesamten Ernährungsbedürfnisse zu stillen.
  • Milch – vorzugsweise Muttermilch – bleibt weiterhin ein wesentlicher Bestandteil seiner Ernährung. Nun ist es Zeit, neue Nahrungsmittel einzuführen; die Umstellung auf Mischkost beginnt.
  • Die Fettsäuren in der Muttermilch sind wesentlich, denn sie kompensieren den in den im Allgemeinen zuerst eingeführten Lebensmitteln schwachen Fettgehalt.

Muttermilch und feste Nahrung ergänzen sich gegenseitig, um seinen Bedürfnissen gerecht zu werden

Ab dem siebten Monat wächst Ihr Baby weiterhin rasant: Im Durchschnitt nimmt es täglich um 15 g zu. Das ist viel, aber weniger als im ersten Monat (35 g pro Tag!) Es beginnt, oft mit Begeisterung, andere Lebensmittel zu probieren, zum Beispiel seine ersten Gemüsepürees und Fruchtkompotte. Muttermilch ist nicht mehr die einzige Energiequelle: Allein genügt sie zwar nicht mehr, doch bleibt sie weiterhin sehr wichtig. Einem Achtmonatigen liefert sie immer noch fast 50 % seiner Energie.

Die erste feste Nahrung

Am Anfang der Umstellung auf Mischkost setzt sich die Nahrung Ihres Babys im Wesentlichen aus Zerealien, Früchten und Gemüse zusammen. Anschliessend kommen die ersten Fleischmahlzeiten hinzu. Seine Nahrung besteht somit hauptsächlich aus Kohlenhydraten und Eiweissen. Um einen Nährstoffüberfluss zu vermeiden, bleiben der Eiweiss- und Kaloriengehalt der Muttermilch niedrig.

Andererseits enthalten seine Mahlzeiten nicht viele essenzielle Fette, insbesondere wenige essenzielle Fettsäuren. Fett nimmt zwar als Energielieferant auf circa 40 % ab (im Vergleich zu 50 bis 55 % in den ersten sechs Monaten), Ihr Baby braucht es jedoch weiterhin für die Entwicklung seiner Organe und bestimmter lebenswichtiger Funktionen. Muttermilch liefert diejenigen essenziellen Fettsäuren, die seinen Bedürfnissen entsprechen. Sie ist somit die ideale Ergänzung bei der Einführung der ersten neuen Nahrungsmittel.

Der Gehalt an Eiweissen mit Immunfunktionen (Immunglobulin, Lactoferrin, …) – den sogenannten Molkenproteinen – reduziert sich im Laufe der ersten sechs Monate. Das Verhältnis von Molke/Kasein pendelt sich nun bei circa 50/50 ein.

Muttermilch ist ausserdem eine gute Quelle für Vitamine und Mineralien, die bisher noch nicht mit anderen Lebensmitteln aufgenommen werden. Und sie liefert zahlreiche essenzielle Nährstoffe, die Ihr Kind für ein gesundes Wachstum braucht.

Die Einführung neuer Nahrungsmittel verändert die Darmflora Ihres Babys

Bei der Umstellung auf Mischkost wird die Darmflora durch die neuen Nahrungsmittel verändert. Ihr Kind, das immer aktiver und neugieriger wird, beginnt seine Umgebung zu erforschen. Es krabbelt auf allen Vieren und nimmt alle Gegenstände an bzw. in den Mund … Dadurch ist es vielen verschiedenen Erregern ausgesetzt, und häufig treten Durchfallerkrankungen auf.

Ein sanfter Übergang

Der Übergang vom Stillen zu fester Nahrung erfolgt nicht von heute auf morgen. Sie müssen Ihrem Baby Zeit geben, damit sich sein Verdauungsapparat an die neuen Lebensmittel anpassen kann. Und damit es sich an die neuen Geschmackserlebnisse gewöhnt. Ausserdem sind die Schluckmechanismen ganz andere: Ihr Säugling, der bisher nur den Saugreflex kannte, muss nun lernen, von einem kleinen Löffel zu essen, zu kauen, zu schlucken …

Das Stillen bietet daher eine Zuflucht während dieser Phase grosser Veränderungen. Der Hautkontakt mit Ihnen beruhigt es und es braucht ihn, um gut in diesen neuen Lebensabschnitt zu starten. Daher geniesst es Ihr Baby, weiterhin an Ihrer Brust oder aus seinem Schoppen zu trinken. Noch geht es nicht ohne, gar keine Frage!

Von 13 bis 36 Monaten

Ab dem 13. Monat beginnt Ihr Kind zunehmend, sich wie „die Grossen“ zu ernähren.

Wussten Sie schon?

  • Auch wenn Ihr Kind nun gross genug ist, um mit Ihnen am Tisch zu essen, so unterscheiden sich seine Ernährungsbedürfnisse jedoch weiterhin von denjenigen eines Erwachsenen.
  • Ab dem ersten Lebensjahr nimmt Ihr Kind zunehmend feste Nahrung zu sich, aber die Muttermilch – oder gegebenenfalls eine Wachstumsmilch – sind für seine Entwicklung immer noch ganz wichtig.
  • Milch bleibt weiterhin ein wesentliches Nahrungsmittel. Sie deckt fast 40 % des Energiebedarfs Ihres Kindes zwischen 12 und 18 Monaten.

Ab 1 Jahr: das richtige Gleichgewicht finden

Schluss mit der Krabbelei! Ihr kleiner Akrobat kann mittlerweile schon alleine aufstehen und macht seine ersten Schritte. Auch seine Ernährung verändert sich: Ihr Kind entdeckt das Essen der „Grossen“, sein Ernährungsbedarf unterscheidet sich jedoch weiterhin von dem eines Erwachsenen, da es immer noch schnell wächst (ca. 10 cm zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr!) und seine Entwicklung sehr spezifisch ist.

Milch bleibt weiterhin ein wesentliches Nahrungsmittel. Sie deckt einen Teil seines Energiebedarfs: 40 % zwischen 12 und 18 Monaten, circa 35 % zwischen 18 und 24 Monaten und 30 % zwischen 24 und 36 Monaten. Muttermilch gleicht im Gegensatz zu Kuhmilch die Unausgewogenheit der ersten, häufig zu reichhaltigen „Erwachsenenmahlzeiten“ aus. Ihr Eiweiss- und Kaloriengehalt ist in dieser Phase niedrig, damit keine Überversorgung entsteht.

Kuhmilch ist hingegen besonders eiweisshaltig: circa 30 g pro Liter, d. h. drei Mal mehr als Muttermilch (8 bis 10 g pro Liter). Doch ein Übermass an Proteinen ist bei den ganz Kleinen nicht ratsam.

Essenzielle Fettsäuren

Die Ernährung Ihres Kindes ist noch nicht richtig ausgewogen. Die Gefahr einer Unterversorgung mit Fetten – insbesondere mit essenziellen Fettsäuren – besteht zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr weiterhin. Die Muttermilch ist daher nach wie vor die beste Lösung, da sie sowohl die essenziellen Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6) als auch die beiden mehrfach ungesättigten, langkettigen Fettsäuren DHA und ARA im richtigen Verhältnis liefert.

Ein weiterer Vorteil der Muttermilch: Sie liefert Ihrem Baby die erforderliche Menge an Mikronährstoffen, um seine gesunde Entwicklung sicherzustellen. Sie ist ausserdem eine gute Kalzium-, Vitamin- und Mineralienquelle – ebenfalls wesentliche Bestandteile für das kontinuierliche Wachstum Ihres Kindes.

Ab 2 Jahren mit dabei am Familientisch

Ab dem 2. Lebensjahr isst Ihr Kind mehr oder weniger dasselbe wie Sie. Aber seine Bedürfnisse sind noch nicht die gleichen wie die Ihrigen! Es kann also leicht passieren, dass die Ernährung seinen Bedürfnissen nicht vollständig entspricht und so zu einem Ungleichgewicht führt. Eine Kalziumquelle ist weiterhin wesentlich, um sein Wachstum zu begleiten.

Hinzu kommt, dass die Ernährung des Kindes oftmals viele gesättigte Fettsäuren enthält. In dieser Phase muss der Fettgehalt in der Nahrung verringert werden. Fette sollten im Alter von drei Jahren nur noch circa 30 % der Gesamtenergie ausmachen. Dieselbe Empfehlung gilt übrigens auch für Erwachsene. Ausserdem muss die Zufuhr gesättigter Fette kontrolliert werden. Dies ist also der richtige Zeitpunkt, um gesunde Essgewohnheiten einzuführen.

Folgemilch – eine Alternative zur Muttermilch nach 1 Jahr

Falls Sie nicht mehr stillen, ist Folgemilch die ideale Lösung für die Kleinen zwischen 1 und 3 Jahren. Sie ist mit Eisen und anderen notwendigen Vitaminen und Mineralien angereichert, um den Bedarf Ihres Kindes zu decken. Alle Folgemilch-Produkte haben denselben Eiweiss- und Kaloriengehalt. Achten Sie bei der Auswahl eines Produkts darauf, dass es nicht zu gehaltvoll ist, um den Organismus Ihres Kindes nicht zu überlasten.